Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG

Energieoptimierung der Produktion sowie Anlagenkonzeption für ein Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsaggregat für die zentrale Energieversorgung des Standortes Herford

   

   

   

 

Die neue Kraft-Wärme-Kältekopplungsanlage (KWKK-Anlage) wurde in einer neuen Energiezentrale zur Versorgung der Schokoladenfabrik mit Heißwasser, Warmwasser und Kaltwasser errichtet. Zuvor wurde das Werk mit Dampf aus einem Dampfkessel sowie Kaltwasser aus Kompressionskältemaschinen versorgt. Die Energiezentrale besteht aus Schallschutzgründen aus einer Betonhalle mit Teilunterkellerung. Die Hauptrohrleitungen sind in Kanälen im Fußboden verlegt und münden in den Keller. Im Keller wird die Zuluft für die Kühlung des Gebäudes sowie die Verbrennungsluft für den Spitzenlastkessel angesaugt. Durch die Kanäle und einen Schacht wird die Luft in der Energiezentrale so geführt, dass die Temperatur im Erdgeschoss der Energiezentrale auch bei Außentemperaturen von 30 °C unterhalb von 40 °C bleibt. Die Abluft wird über Klappen in einem Dachversatz über die gesamte Gebäudelänge abgeführt. Im Winter wird die Luft an den Heiß- und Warmwasserverteilern so vorgewärmt, dass Frostfreiheit in der Energiezentrale garantiert werden kann.

Das Blockheizkraftwerk im Erdgeschoss liefert 797 kW elektrische Leistung und rund 930 kW thermische Leistung. Ein Teil der thermischen Energie wird für die Erzeugung von Kaltwasser in einer Absorptionskältemaschine mit einer Kälteleistung von 300 kW eingesetzt. Für den Ausgleich von Lastschwankungen werden drei Speicher mit 48 m³ Heißwasser-, 11 m³ Warmwasser- und 48 m³ Kaltwasservolumen eingesetzt. Durch die Vernetzung der Kälteübergabestationen in den Bestandsgebäuden mit der Energiezentrale kann zusätzlich das vorhandene Sprinklerbecken als Kältespeicher genutzt werden. Sollten die gespeicherten Wärme- und Kältemengen einmal nicht ausreichen, kann auf einen neuen Spitzenlastkessel mit 1.000 kW, einen bestehenden Heißwasserkessel und mehrere bestehende Kompressionskältemaschinen zurückgegriffen werden.

Im Keller der Energiezentrale befinden sich die Wasserverteiler sowie eine der Rücklaufwärmenutzungsstationen. In der Rücklaufwärmenutzungsstation wird Wärme aus dem Rücklauf des Heißwassernetzes (Vorlauftemperatur: 105 °C, Sollrücklauftemperatur am BHKW oder Kessel 70 °C, Rücklauftemperatur aus dem Werk 60 bis 85 °C) an das Warmwassernetz (Vorlauftemperatur 50 bis 60 °C) mit einer Leistung von maximal 200 kW übergeben. Eine weitere Rücklaufwärmenutzungsstation wurde in einem der Produktionsgebäude errichtet. Hier wird die Rücklaufwärme aus einer Formenwaschanlage für die Beheizung von Räumen und Tanks sowie zur Trinkwarmwasserbereitung genutzt. So kann an dieser Stelle die Rücklauftemperatur im Heißwassernetz von über 90 °C auf max. 70 °C reduziert werden.